Abnehmen mit Low-Carb: Ein Mythos?

Oliver Adria Allgemein Leave a Comment

Immer wieder werde ich konfrontiert (vor allem in den Medien), dass Low-Carb nur eine Modeerscheinung ist. Oft wird dann mit Halbwahrheiten rumgeschmissen wie “Und es gibt ja auch wieder Stimmen, dass wenn sie nicht genug Kohlenhydrate essen, kann man nicht gut denken” (und diese Fernseh-”Ernährungsexpertin” bezieht sich darauf, dass allein das Gehirn 140 Gramm Zucker pro Tag braucht um gut zu funktionieren). Oder die Anmerkung zu den “komischen Studien” dass die Inuit, “dass die ja total gesund sind, ja die sterben nur leider alle extrem früh, du hast mir mal was gesagt mit Ende 20 oder sowas? Die haben eine Lebenserwartung von 27 oder sowas.” (ist leider eine falsche Aussage in einem YouTube-Video von 2 Leuten, die meinten, dass die früher Low-Carb gemacht haben, es aber nicht klappte – aber meiner Meinung nach haben sie vieles halbherzig gemacht).

Ja, in den letzten Jahrzenten wurde immer wieder stark “low fat” propagiert. Denn weniger Fett essen bedeutet dann auch weniger Fett im Körper… oder? Leider ist es nicht so simpel.

Gutes, fettreiches Essen ist gesund und man kann damit gut abnehmen. Und gerade “low-fat” kann gefährlich sein – unter anderem kann es auch (auf dem ersten Blick paradox) das Gewicht erhöhen. Erkennbar zum Beispiel, dass gerade in den Ländern mit weniger Fettkonsum (und höherem Kohlenhydratekonsum) die Anzahl der Übergewichtigen gestiegen ist.

 In der oberen Grafik wird deutlich, dass die Anzahl der stark übergewichtigen Menschen dann stark gestiegen ist, als die USA in den 70-ern mit der “Low-Fat”-Kampagne begonnen hat.

Politik ist nicht Wissenschaft

Und die politischen Leitlinien (oder die Leitlinien von “Experten”) für gesunde Ernährung sind nicht immer die besten. Glücklicherweise gibt es auch gute Wissenschaft. Denn gut gemachte Studien (z.B. die randomisierte kontrollierte Studie oder auch “Goldstandard” genannt) können viel mehr aussagen, anstatt 3-fach weiterinterpretierte Aussagen von selbsternannten Experten, die dann schon nicht mehr 100%-ig das wiedergeben, was die Studien aussagen.

Außerdem sind auch wirtschaftliche Aspekte im Spiel, wenn es um politische Leitlinien geht. Als Beispiel vielleicht ganz deutlich bei Zigaretten vor einigen Jahrzenten. Dies waren die Werbeaussagen einiger Zigarettenhersteller:

Lucky Strike: 11,105 doctors say Lucky Strikes prevent throat irritation. And 20,679 Physicians say Luckies are less irritating.
Old Gold: Ask your dentist why Old Golds are better for the teeth.
Kent: No other cigarette approaches such a degree of health protection and taste satisfaction.
Phillip Morris: Medical authorities recognize Phillip Morris proved less irritating to the smoker’s nose and throat.

Schweden als Pionier?

Und irgendwann werden diese Leitlinien zum akzeptierten Fakt und werden kaum hinterfragt. Wenn man damit aufgewachsen ist – wieso auch?

Doch Schweden geht hier einen anderen Weg und hat die Wissenschaft im Rücken. In ihrer neuen Übersichtsstudie Ernährung und Fettleibigkeit: Eine systematische Literaturübersicht (Link führt zur übersetzten deutschen Seite) aus 2013 wird geschlussfolgert, dass eine kohlenhydratarme oder moderate Einnahme von Kohlenhydraten effektiver für die Gewichtsabnahme ist als eine fettarme Ernährung.

Denn Schweden öffnet sich langsam für die low-carb Ernährung. Erkennbar beispielsweise dadurch, dass in den letzten 10 Jahren immer mehr Butter konsumiert wird. Als positiven Trend gibt es dazu, dass die Anzahl der Herzinfarkte in Schweden sinkt und auch dass immer weniger Leute sich wegen Fettleibigkeit operieren lassen. Ein bekannter schwedischer Low-Carb Blog spricht sogar von einer schwedischen Revolution!

Am besten: Sich selbst informieren und schlau machen

Daher finde ich es wichtig, dass man sich selbst informiert mit Fakten und Wissen. Dazu gibt es beispielsweise Low-Carb Bücher oder Blogs, die auf guter Wissenschaft basieren. Selbst bei Ernährungsexperten, die sich viele Jahre mit der Thematik beschäftigen hake ich nach und hinterfrage ihre Thesen. Denn oft gehen Experten auch den sichereren Weg. Low-Carb ist noch eher eine “Nische” und somit stößt man auch mal auf Widerstand, denn auch wenn eine fettreiche Ernährung um Körperfett zu verlieren sich erst mal nicht intuitiv anhört, ist diese These wissenschaftlich gut belegt.

Und wenn dann eine Studie belegt, dass Low-Carb für die Gewichtsabnahme funktioniert, dann kommt die Antwort: “Äh… es hat funktioniert, aber wahrscheinlich ist es nicht sicher, so zu Essen”. Dann kommt eine Studie, die aufzeigt, dass es doch sicher ist, die Antwort dann “Äh… ja, ist gesund… aber es gibt noch nicht genug Langzeitstudien”. Und so weiter. Denn Experten versuchen, sich die Ergebnisse gut zu reden, weil es das Gegenteil aufzeigt von dem, was man immer gelernt hat. Es ist ein anderes Ernährungsweltbild. Und sein eigenes Weltbild zu ändern ist halt nicht immer so leicht.

Am besten lässt man daher die Ergebnisse und Studienresultate sprechen und bildet seine eigene Meinung. In einem weiteren Artikel habe ich eine kurze Anleitung geschrieben, wie man mit Low Carb schnell abnehmen kann.


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