Das Problem mit Low Carb ist…

Oliver Adria Allgemein 2 Comments

Ich beim Fußball am Anfang meiner Low Carb-Ernährung. Mit einigen mehr Extra-Pfunden.

Ich beim Fußball am Anfang meiner Low Carb-Ernährung. Mit einigen mehr Extra-Pfunden.

Ist schon was eine philosophische Überlegung. Dass Low Carb (oder Lower Carb) gesund ist bzw. zumindest besser geeignet ist für den Menschen (zumindest als die kohlenhydratbasierte, moderne Ernährung), davon bin ich recht überzeugt. Das Problem ist eher, dass es teilweise schwierig ist, sich an diese Ernährungsgewohnheiten zu halten. Bei mir hat’s einige Monate immer richtig gut geklappt, bis dann die Heißhungerattacke kommt. Es ist ein Kampf zwischen Will und Lust. Nachdem ich ca. 15 kg verloren habe, pendel ich zwischen 87 und 91 kg. Denn ich mache auch recht viel Sport – intensiven Sport – und da helfen die Kohlenhydrate doch, mehr Leistung zu bringen. Da bei Fußball neben Ausdauer (zumindest Fitness für 90 Minuten lang) und intensive Sprints gebraucht werden, sind Kohlenhydrate schon recht hilfreich.

Gesellschaft ist Low Carb auch nicht so angesehen

Auch gesellschaftlich gesehen, ist es recht schwierig, sich Low(er) Carb zu ernähren. Die Werbung sagt uns täglich: “WENIGER FETT!! LIGHT PRODUKTE!! DAS IST GESUND!!” Sogar politische Instanzen sagen uns immer wieder, dass wir uns fettarm und kohlenhydratreich ernähren sollen. Nach den ersten Monaten – obwohl es viel Wirkung gezeit hat und obwohl die Blutwerte super sind, wird mir immer wieder von allen Seiten erzählt: “Das ist alles zu einseitig. Das ist alles nicht gesund. Ernähr’ dich besser anders.” Und gelegentlich wird mir das auch von Leuten erzählt, die an vielen Diäten schon gescheitert sind. Und übergewichtig sind. Ach, die Ironie.

In meinem Freundeskreis kenne ich gerade mal 1-2 Leute, die sich auch eher Low Carb ernähren. Viele, viele Leute wollen auch abnehmen. Und scheitern seit Jahren mit Low-Fat. Doch auch wenn Low Carb nachweislich hilft – man will es nicht glauben.

Der Damm bricht. Immer wieder. Leider.

Doch bei mir ist das Problem, wenn ich einmal losgelegt habe mit Zucker, dann übertreibe ich es mal wieder. Und mich dann an die Low Carb-Ernährungsgewohnheiten zu halten – oder auf wissenschaft-sprech: “Compliance” – ist recht schwierig. Leider.

Ich versuche es aber trotzdem. In der Zeit, wo “nur” trainiert wird, versuche ich weiterhin mich mit weniger Kohlenhydrate zu ernähren. Und wenn’s drauf ankommt, also beispielsweise bei den Fußballspielen – werde ich die 1-2 Tage davor ein bisschen mehr Kohlenhydrate zu mir nehmen – der Sprints wegen. Und auch um die Heißhungerattacken ein bisschen zu stillen. Leicht ist es aber nicht.


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Oliver AdriaDas Problem mit Low Carb ist…

Comments 2

    1. Post
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      Oliver Adria

      Für Ausdauer nicht – da bin ich ganz auf deiner Seite: In anderen Artikeln hatte ich geschrieben, dass ich meine Ausdauer damit deutlich steigern konnte. Jedoch bin ich bei den Sprints langsamer geworden. Die Herausforderung beim Fußball ist, dass beides gebraucht wird. Also das Aerobe (Ausdauer), womit ich mit LCHF ziemlich gut fahre, und das Anaerobe (Sprints, etc), wo dann die Kohlenhydrate schon helfen.

      Das Wort “Leistung” im Artikel habe ich nun mit “Sprints” geändert – war wohl ein bisschen missverständlich.

      Dr. Peter Attia hat in seinem Blog über Ähnliches berichtet:
      http://eatingacademy.com/how-a-low-carb-diet-affected-my-athletic-performance

      Auszug:
      “Implication: The one drawback, it seems, to completely eliminating carbohydrates from my diet was a loss of all-out top end power. For someone like me, this doesn’t seem to hinder performance too much, but if I was trying to win an Olympic gold medal in the 400 meter run or the 100 meter freestyle, it seems I’d be better off with some carbohydrate in my diet.”

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