Low Carb und HIIT – passt das zusammen?

Oliver Adria Allgemein 1 Comment

Zusammenfassung

Low-Carb kann für die Ausdauer sehr gut sein und für weniger intensive Einheiten kann man sehr gute Leistung bringen. Doch für intensive Einheiten (Sprints) kann man mit leeren Glykogenspeichern leider keine 100%ige Leistung bringen.

Da man sich beim Low-Carb / Paleo mit sehr wenig Kohlenhydrate ernährt, ist die Frage, ob man damit denn auch ein HIIT (High Intensity Interval Training – teils auch High Intensity Training HIT) gut zu absolvieren ist. Dies sind Trainings mit mehreren intensiven Elementen – beispielsweise 5 Mal 200m langsam laufen und dann 100m bei 80-90%iger Kraft sprinten. Ich weiß von eigener Erfahrung, dass ich wahrscheinlich nicht die volle Leistung abgeben kann, als wenn ich mehr Kohlenhydrate gegessen hätte.

Denn der Körper bevorzugt für einige Sachen immer noch die Kohlenhydrate bzw. den Glykogenspeicher. Obwohl durch die Ketose mein Körper nun sehr gut auf Fettverbrennung umgestellt ist – für Sprints, intensive Einheiten und solche, wo schnell und viel Energie für kurze Zeit bereitgestellt werden sollte, will der Körper am liebsten Kohlenhydrate verbrauchen. Fett kann nicht so schnell die Energie bereitstellen, dafür aber für eine lange Zeit (daher die Verbesserung bei längeren, nicht so intensiven Einheiten), während Kohlenhydrate eher für kurze Zeit Energie bereitstellen können, dafür aber sehr schnell und viel davon..

Low Carb auch für hohe Leistungen?

Mit Low Carb kann man auf jeden Fall im aeroben Bereich sich stark verbessern (also weniger intensive – dafür aber auch längere – Einheiten). Doch wie sieht es bei Sprints und intensiven Einheiten aus? Ich habe nach 8kg Gewichtsverlust mit Low-Carb meine 3km-Zeit erheblich verbessert (von 19m 00s auf 15m 57s), jedoch meine 100m-Sprintzeit verschlechtert (von 13,5 auf 14,0 Sekunden).

Peter Attia von eatingacdemy.com hat beim Training mit Ketose Ähnliches berichten können. Nach 12 Wochen Training konnte er alle aeroben Werte verbessern (also die Werte, die sich eher auf Energie durch Fett stützen), doch im anaeroben Bereich (also für Intensives), wo der Glykogenspeicher gebraucht wird sagt er:

“The one drawback, it seems, to completely eliminating carbohydrates from my diet was a loss of all-out top end power. For someone like me, this doesn’t seem to hinder performance too much, but if I was trying to win an Olympic gold medal in the 400 meter run or the 100 meter freestyle, it seems I’d be better off with some carbohydrate in my diet.”

Und auch in Ketogenic diets and physical performance (2004) schreibt Stephen D. Phinney:
“Therapeutic use of ketogenic diets should not require constraint of most forms of physical labor or recreational activity, with the one caveat that anaerobic (ie, weight lifting or sprint) performance is limited by the low muscle glycogen levels induced by a ketogenic diet, and this would strongly discourage its use under most conditions of competitive athletics.”


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Oliver AdriaLow Carb und HIIT – passt das zusammen?

Comments 1

  1. Taco`s Fitnessblog

    Hallo Oliver,

    Deine Erfahrungen kann ich teilen. Ich habe mit Low Carb ebenfalls sehr gut abgenommen. Im Training konnte ich mich damit aber nur teilweise verbessern. Beim intensiven Krafttraining hatte ich Krafteinbußen. Weniger Kraft bedeutet weniger bewegtes Gewicht. Ergo leidet dann auch der Muskelwachstum. Doch im Ausdauerbereich wie z.B. auf dem Stepper konnte ich Spitzenwerte erzielen. Auch bei meinem heißgeliebten 45 Minuten Intevalltraining.

    Ausnahmen bestätigen die Regel: Mein Trainingspartner und Studioinhaber hat auch bei extrem Low Carb (<30g), wie ich es gerne bezeichne, neue Kraftrekorde aufstellen können.

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg.

    SG Taco

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